Praxisprojekte
Verteilt über mehrere Module: Praxisprojekt
Zum Studiengang Gesellschaftstransformation gehört die praktische Forschung und Arbeit im gesellschaftlichen Kontext. Transformation ist reale Veränderung, die an Mensch und Kultur sichtbar wird. Gesellschaftstransformation beschreibt eine „Tat-Theologie“ im kontextuellen Verständnis. Dies soll in konkreten Projekten während des Studiums umgesetzt werden.
Die Projekte sollen von den Studierenden und Dozentinnen und Dozenten theoretisch geplant, praktisch durchgeführt und wissenschaftlich begleitet werden. Dies geschieht während des gesamten Studiums und endet in der Masterarbeit.
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Wege, zu einem Projekt zu kommen:
- Man bringt ein Forschungsprojekt aus der eigenen Praxis / Arbeit mit
- Man bekommt ein Forschungsprojekt von der Studienleitung angeboten
Das Forschungsprojekt beinhaltet sowohl die wissenschaftliche Analyse und Begleitung des Projekts als auch die empirische Forschung und vereint Theorie, Praxis und Poiesis. Die Forschungsprojekte können ganz unterschiedliche Schwerpunkte umfassen:
- nationale Projekte wie sozial-missionarische Stadtteilarbeit, Gefängnisarbeit etc.
- internationale Arbeit wie kulturpolitische Kinderarbeit in Indien, Aids Projekt in Südafrika etc.
Viele aktuelle Praxisprojekte findet man als Poster unter downloads.
Aktuelle Beispielprojekte:
Projektbeschreibung: Was kommt nach den Kompetenzen?
– Die Entwicklung von Charaktertrainingsmodulen für die Sekundarstufe 1
Hintergrund
Baden-Württemberg hat im Jahr 2004 den neuen Bildungsplan für die allgemein bildenden Schulen des Landes eingeführt. Ein großer Innovationsschritt gegenüber früheren Bildungsplänen stellt der Paradigmenwechsel vom input- zum output-orientierten Lernen dar. Zentrales Schlagwort ist der Kompetenzerwerb, der den Wissenserwerb auf die Plätze verweist. Mit der Einführung von TOP SE, Soziales Engagement ist ein richtungweisender Weg des sozialen Lernens eingeschlagen worden.
Herausforderungen
Im vierten Jahr der Implementierung des Bildungsplanes ist von einer Aufbruchstimmung an den Schulen nichts mehr zu spüren. Die Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer nehmen ständig zu: verhaltensauffällige Schüler, Integration von Schülern mit Migrationshintergrund, Schüler aus zerbrochenen oder nicht existierenden Elternhäusern, Gewalt an Schulen, etc. Daneben differenziert sich die Gesellschaft immer mehr religiös, ethnisch, ökonomisch, weltanschaulich aus. Die nicht ausgesprochene Frage vieler Pädagogen lautet: Was kommt nach den Kompetenzen?
Fragestellung
Die zentrale Frage meines Praxismoduls des akademischen Aufbauprogramms Master in Transformation Studies ist, wie das soziale Lernen und ein Charaktertraining Teil des Schulprofils werden kann. Verschiedene Modelle des sozialen Lernens und des Charaktertrainings sollen in der Praxis erprobt werden, pädagogisch, theologisch und missional reflektiert werden. Darüber hinaus sollen Module entwickelt werden, die im Schulalltag zum Einsatz kommen sollen.
Umfeld
Bei der Einrichtung handelt es sich um eine Realschule einer baden-württembergischen Kleinstadt, eines ländlich geprägten Raumes mit ca. 900 Schülerinnen und Schülern.
Gabriel Stängle, Lehrer
Projektbeschreibung für Royal Banquet Frankfurt
"Royal Banquet" ein Modell für ganzheitliche Evangelisation.
Das Projekt "Royal Banquet" entstand im Kontext der Großstadt Frankfurt. Der urbane Charakter Frankfurts spiegelt sich in Hunderten von verschieden Nationen, die jeweils wieder Subkulturen bilden. Frankfurt gleicht einem ungeordneten Mosaik von Minikulturen, die unverbunden nebeneinander existieren. Gleichzeitig gibt es ca. 100 evangelikal/charismatische Gemeinden, die ebenfalls die Internationalität der Stadt wiederspiegeln. Im Rahmen der Evangelischen Allianz sind ca. 40 Deutsche- und Nichtdeutsche Gemeinden verbunden und über das Projekt informiert.
Royal Banquet, ist „ein Festmahl für alle Völker“. Es nimmt das Motiv des eschatologischen Festmahl aus Jes, 25, 6 auf und bildet mit lebendigen Menschen ab, was Gott für die Ewigkeit verheißt: Menschen aus allen Nationen und sozialen Schichten werden an Gottes Festtafel sitzen.
200 Gäste genießen ein königliches Essen, staunen über faszinierende Künstler, lernen Menschen kennen, die nicht aus ihrem sozialen und kulturellen Umfeld stammen, erleben das Evangelium auf kreative und angemessene Weise und erfahren eine jesuanische Vision der Zukunft. An einem Tisch sitzt der Harz 4 Empfänger mit dem Manager eines mittelständischen Betriebes. Hier geschieht Würde durch Begegnung. Das Royal Banquet findet ein Jahr lang einmal im Monat in verschiedenen Hotels statt.
Das geistliche Ziel: Der überwiegende Teil der Mitarbeiter soll aus motivierten Nichtchristen bestehen, die durch die Projektmitarbeit den Gastgeber des Festes (Jesus) selbst entdecken sollen. Darüber hinaus soll am Beispiel des Royal Banquet ein postmodernes Modell für Gemeindegründung entwickelt werden.
Das soziale Ziel: Die Begegnung auf Augenhöhe motiviert zu persönlichen oder beruflichen Neustarts. Indem Menschen Verantwortung übernehmen entstehen neue, sozial relevante Initiativen, die transformatorische Kräfte freisetzen.
Das politische Ziel: Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sehen sich weniger als Konkurrenten und erleben sich mehr als wertgeschätzte Bevölkerungsgruppe. Dies soll dazu beitragen nationale und milieubedingte Konflikte zu minimieren.
Klaus Schönberg, Pastor „Paradies Project“, Frankfurt
Projektbeschreibung: Gemeindetransformation in Döffingen
Projektkontext/ Vernetzung:
- eine Landeskirchliche Gemeinschaft in einem kleinen, aber untypisches schwäbischen Dorf (4000 Einwohner)
- unterschiedliche soziale Nöte innerhalb der politischen Gemeinde (Distanz zwischen Wohlhabenden und sozial Schwächeren, Einsamkeit und Einzelkämpferdasein bei den Etablierten, Perspektivlosigkeit bei den sozial Schwächeren, etc.)
- Distanz zwischen christlicher Gemeinde und politischer Gemeinde
Projektidee:
Projektidee ist die Erweiterung des Auftragsverständnisses der Gemeinde um die sozial-diakonische Ebene anhand eines sozial ausgerichteten Projekts vor Ort. Im Denken und Handeln. (Der Inhalt dieses Projekts steht noch nicht fest, da wir es auf die lokalen Bedürfnisse abstimmen wollen, die noch analysiert werden müssen).
Projektziele:
- Umdenken der Gemeindemitglieder, hin zu ganzheitlich gelebten Christsein in Wort und Tat.
- Ein laufendes soziales Projekt der Gemeinde vor Ort.
Transformatorisches Potential:
- die Gemeinde will sich im Dorf sozial engagieren
- soziale Projekte im Dorf
Nele Dauskardt, Gemeindepädagogin, Döffingen
Projektbeschreibung: Ausstellung zum Thema "Wie das Christentum die Welt veränderte"
Andreas Zweininger plant, eine Ausstellung zum Thema „Wie das Christentum die Welt veränderte“ durchzuführen. Der Ausstellungsort ist Wiesbaden. Bei einer vergleichbaren Aktion in 2008 (Ausstellungsthema: Bibel) wurden die freien Gemeinden, die Landeskirchen, die Schulen sowie die Öffentlichkeit eingeladen. Es kamen in zwei Wochen ungefähr 2.500 Personen. Aufbauend auf diesen Erfahrungen soll es voraussichtlich in 2010 eine weitere Ausstellung geben, deren Grundlage das gleichnamige Buch von Alvin Schmidt ist, das im März 2009 im Resch Verlag erscheint. Die Themen des Buches sind: Wie das Christentum Menschen veränderte, die Heiligkeit des Lebens, Sexualethik, Frauen, Barmherzigkeit, Krankenhäuser, Bildung, Wissenschaft, Arbeit, Gerechtigkeit, Politik, Freiheit, Kunst, Musik, Literatur sowie christliche Begriffe und Symbole. Daraus sollen visuelle und interaktive Stationen entstehen, die das Thema verdeutlichen. Die Ausstellung soll dazu beitragen, dass Denken der Christen über ihren gesellschaftlichen Auftrag zu verändern. Außerdem sollen die positiven Errungenschaften des Christentums wieder ins Gespräch gebracht werden – sowohl unter Christen als auch in der säkularen Öffentlichkeit. Diese anschauliche Darstellung des christlichen Einflusses soll dazu beitragen, die eigene Situation zu reflektieren und gesellschaftsrelevant aktiv zu werden bzw. entsprechende Aktionen zu unterstützen. Das Forschungsfeld wären die Besucher der Ausstellung, deren Denken, Einstellung und Motivation in Bezug auf ihr gesellschaftliches Engagement qualitativ und/oder deren neu erworbenes Wissen über das Christentum und entsprechende Konsequenzen qualitativ untersucht werden könnten.
Andreas Zweininger, IT Techniker







